Persönliche Autorität

Doch mehr und mehr zerbröselt gerade bei diesen erfolgsorientierten Leistungsträgern die Illusion, daß die Ausrichtung auf Steigerung von Umsatz und Rendite, auf wirtschaftliches Wachstum und Erhöhung des Bruttosozialprodukts allein dazu tauge, Menschen wirklich zu erreichen, zu motivieren, ihre gedeihliche Zusammenarbeit zu organisieren und so zu kreativen Höchstleistungen zu führen.

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Nelson Mandela

Dafür braucht es hingegen Menschen, die – unabhängig von ihrer beruflichen Machtstellung – eine hohe persönliche Autorität ausstrahlen, die also als menschliche Persönlichkeit das Ansehen ihrer Mitmenschen genießen. Charisma heißt eigentlich und ursprünglich „göttliches Gnadengeschenk“. Charisma entwickeln jene Persönlichkeiten, die sich dem eigenen Inneren gestellt haben, dem Unsichtbaren in uns, der Dimension des Seelisch-Geistigen, und sich dort auch die Schattenseiten angesehen haben. So hat das Ansehen, das wir uns bei den Mitmenschen erwerben, nicht nur – und auch nicht in erster Linie – mit unseren äußeren (Arbeits-)Leistungen zu tun, sondern vor allem mit geleisteter innerer Arbeit, der Verarbeitung seelischer Konflikte und der Integration des eigenen Schattens. In der Wendung des Bewußtseins nach innen kommen wir mit dem Unsichtbaren, dem Nicht-Meßbaren, dem Unbegreiflichen und Unfaßbaren in uns selbst in Berührung. Spürend erfahren wir eine Dimension des menschlichen Daseins, die sich wie der Wind oder die Strömung eines Flusses der Kontrolle des Verstandes – der stets erfassen, begreifen und festhalten will – entzieht.

Je mehr wir uns für diese inneren Erfahrungsebenen öffnen können, umso mehr öffnet sich auch die unsichtbare innere Quelle menschlicher Existenz; aus dieser Quelle können Inspiration und Ideen, Vertrauen, Tatkraft, Mitgefühl und schließlich auch Charisma als göttliches Gnadengeschenk in uns einfließen.

Aspekte guter Führung